Die Verpacker

ProDresden-Vorstand tagt bei Theegarten-Pactec

Für die geeignete Verpackung von Hartzuckerbonbons, Hart- und Weichkaramellen und Schokoladenstückchen sorgen die Mitarbeiter von Theegarten-Pactec. Die Hochleistungsmaschinen wickeln bis zu 2.300 Bonbons pro Minute ein. Derzeit steht in der großen Montagehalle eine fast fertige Anlage, die ca. 5.000 Karamellen mit Schokoladenüberzug pro Minute in Folie verpackt. Sie soll nach Russland geliefert werden. Geschäftsführer Dr. Egbert Röhm erläutert seinen Vorstandskollegen von proDresden e.V. die unterschiedlichen Bewegungsabläufe, die die Maschine vollführen muss, bis die Bonbons in einer Reihe übers Fließband laufen, um dann mit Goldfolie umhüllt zu werden und in einen Sammelbehälter zum Verpacken fallen. So eine Anlage kostet rund drei Millionen Euro.

In normalen Jahren erzielen die rund 380 Mitarbeiter im Werk an der Breitscheidstraße in Dresden einen Umsatz von ca. 60 Millionen Euro. 90 Prozent der Anlagen gehen in den Export weltweit. Es gibt in mehr als hundert Ländern Vertretungen. Doch von normalen Jahren ist das Unternehmen derzeit weit entfernt. Schwankungen im Auftragseingang sind zwar in der Branche nicht unüblich, aber in der Regel wird eine Auftragsdelle schnell wieder ausgeglichen. Doch das Corona-Virus und die damit verbundenen Einschränkungen machen es auch Theegarten-Pactec schwer. So warten beispielsweise gelieferte Anlagen im Wert von einigen Millionen Euro auf der ganzen Welt auf die Inbetriebnahme. Die Kunden drängen, doch die Monteure konnten nicht reisen. Insgesamt gab es im Mai/Juni einen Rückstau bei Montage- und Serviceeinsätzen von 1.500 Mann-Tagen. Die weltweite Akquisition von neuen Aufträgen lag im ersten Halbjahr aufgrund fehlender Aktivitäten der Kunden deutlich unter dem Durchschnitt.

Im Unternehmen gibt es strenge Hygienevorschriften: Jeder, der seinen Arbeitsplatz verlässt, muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Das gilt auch, wenn mehrere Kollegen zusammenarbeiten. In der Kantine steht nur noch jeweils ein Stuhl am Tisch, gesellige Pausen sind derzeit nicht drin. Glücklicherweise konnten mit diesen Maßnahmen Corona-Erkrankungen im Betrieb bisher verhindert werden. Leichte Lockerungen gab es im Sommer, auch die Auftragslage hat sich wieder gebessert. Doch mit der gegenwärtigen dramatischen Verschlechterung der Lage macht Theegarten-Pactec seit dieser Woche wieder die Schotten dicht. Schulklassen, die sich zur Berufsorientierung im Unternehmen umsehen wollten, sind beispielsweise wieder ausgeladen. Gäste dürfen nur in Ausnahmefällen in den 2015 eingeweihten Neubau.

„Seit August haben wir Kurzarbeit, sie ist erst einmal bis zum Jahresende beantragt“, sagt Dr. Röhm. Er ist froh, dass es diese Möglichkeit vorerst bis zum Juni 2021 gibt. Seit August reisen auch wieder Monteure ins Ausland, doch aktuell müssen sie nach der Rückkehr zwangsläufig in Quarantäne. Auch da sucht das Unternehmen nach annehmbaren Lösungen, um nicht die Familien der Mitarbeiter zu gefährden.

Die Wurzeln des Maschinenbauunternehmens in Dresden liegen im 19. Jahrhundert. Unter der Bezeichnung Nagema war es zu DDR-Zeiten bekannt. 1990 wagten die Spezialisten für den Maschinenbau zur kleinstückigen Verpackung von Süßwaren unter dem Namen Pactec-Dresden den Neuanfang. 1994 übernahm das 1934 in Köln gegründete Familienunternehmen Theegarten die Firma Pactec. Seit 1997 ist Dresden der alleinige Unternehmensstandort.